Da es keine Gebührenordnung gibt, sind Unternehmens- und Personalberater in ihrer Honorarkalkulation frei. Dies hat zur Folge, dass sich im Laufe der Jahre die Marktpreise nach Angebot und Nachfrage bilden konnten. Das Honorar wird überlicherweise als Zeithonorar nach Aufwand in Personentagen berechnet.

Geschäftsklima in der Unternehmensberatung

Consulting-Barometer signalisiert weiterhin gute Stimmung

 

Trotz leichtem Rückgang der zentralen Kennziffer in der von uns durchgeführten Geschäftsklimabefragung bleiben Geschäftssituation und Geschäftsaussichten in der Consultingbranche im dritten Quartal 2017 auf hohem Niveau. Der Indexwert sank im Vergleich zum 2. Quartal  von 42,5 auf 37,0. Über den bisherigen Jahresablauf zeichnet sich aber insgesamt ein besonders starkes Geschäftsjahr für die deutschen Unternehmensberater ab. Nur im Jahr 2007 inklusive Anfang 2008 hatte sich der Indexwert auf so stabil hohem Niveau bewegt. 

 

In der BDU-Geschäftsklimabefragung blicken die Unternehmensberater auch optimistisch in die nächsten sechs Monate. 43 Prozent erwarten eine nochmals günstigere Geschäftslage, nur sieben Prozent äußern sich skeptisch. Die aktuelle Konjunktureinschätzung ist besonders in den Beratungsfeldern IT-Beratung und Personalberatung gut. Die Indexwerte liegen hier mit 52,0 sowie 41,5 über dem Durchschnitt. Aktuell melden die Consultants besonders intensives Projektgeschäft mit Klienten aus den Branchen Professional Services – zum Beispiel Wirtschaftsprüfung oder Consulting – (Indexwert 56,0) sowie aus Banken und Versicherungen. Verschlechtert hat sich hingegen das Stimmungsbild bei den Unternehmensberatungen, die sich auf Energie- und Wasserversorger sowie Fahrzeugbauer spezialisiert haben.

Honorare in der Unternehmensberatung

Für das Jahr 2017 erwarten Consultants steigende Tagessätze von rund 1,5%


Zu diesem Ergebnis kommt die vom BDU veröffentlichte Studie „Honorare in der Unternehmensberatung“, an der sich rund 200, vorwiegend mittelgroße und größere, Beratungsunternehmen beteiligt hatten. Rund 40% der befragten Unternehmensberatungen gehen von steigenden Honorarsätzen in 2017 aus. 12% der Marktteilnehmer prognostizieren sogar Wachstumsraten von über 5%. Hierbei fallen die Erwartungen im Bereich HR-Beratung am optimistischsten aus.


Grundsätzlich ist zu beobachten, dass die durchschnittlichen Tagessätze nicht nur mit zunehmender Hierarchiestufe des eingesetzten Beraters, sondern auch mit zunehmender Größe des beauftragten Beratungsu-ternehmens steigen. Für einen Senior Consultant, d. h. einen Berater mit ersten Erfahrungen in der Projektleitung, werden je nach Größe des Beratungsunternehmens im Durchschnitt zwischen € 1.200 und € 1.325 in Rechnung gestellt. Doch auch die Bandbreite innerhalb einer Hierarchiestufe und Größenklasse ist groß und variiert nicht nur von Consultingunternehmen zu Consultingunternehmen, sondern ist oftmals auch von weiteren Faktoren wie Auftragsgröße, Komplexität oder auch der strategischer Bedeutung der Projekte abhängig. Die 80%-Spanne der Tagessätze für einen Senior Consultant (Gesamtspanne bereinigt um 10% der Ausreißer nach oben und unten) liegt bei mittelgroßen Beratungsunternehmen in der Umsatzklasse € 1 Mio. bis € 10 Mio. beispielsweise zwischen € 1.025 und € 1.775.

Vergütung in der Unternehmensberatung

Gehälter im Consulting steigen kontinuierlich im unteren einstelligen Prozent-Bereich

 

Im Gesamtmarkt lag das durchschnittliche Gehaltsplus für Consultants im Jahr 2015 bei 3,4 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die vom BDU veröffentlichte Studie „Vergütung in der Unternehmensberatung“, an der sich rund 100, vorwiegend mittelgroße und größere, Beratungsunternehmen beteiligt hatten.

 

Beim typischen Einstieg von Bachelor-Studenten bei Unternehmensberatungen als Analyst erhalten die Beraterinnen und Berater ein durchschnittliches Brutto-Festgehalt von 38.000 Euro. Der Start auf der Hierarchieebene „Consultant“ mit einem Master-Abschluss wird durchschnittlich mit 45.000 Euro vergütet. Zum Vergleich: Auf der Partnerebene liegt das durchschnittliche Brutto-Festgehalt bezogen auf den Gesamtmarkt bei 134.000 Euro. Die Studie verdeutlicht auch, dass die Höhe der Vergütung mit zunehmender Unternehmensgröße tendenziell zunimmt.

 

Der Anteil der erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile liegt im Gesamtmarkt über alle Hierarchieebenen bei rund 20 Prozent, bei größeren Unternehmensberatungen in der Regel darüber. Die Höhe der Boni orientiert sich bei den Marktteilnehmern in den höheren Hierarchieebenen vor allem am jeweiligen Unternehmensergebnis, auf den Einsteigerpositionen stark an der Chargeability.

Vergütung in der Personalberatung

Gehälter in der Personalberatung hängen nicht grundsätzlich von der Größe des Beratungsunternehmens ab


Zu diesem Ergebnis kommt die vom BDU veröffentlichte Studie „Vergütung in der Personalberatung“, an der sich rund 20, vorwiegend mittelgroße und größere, Beratungsunternehmen beteiligt haben. Zudem lag das durchschnittliche Gehaltsplus für Consultants in der Personalberatung im Jahr 2015 je nach Hierarchieebene zwischen 0,5% (Unternehmensleitung) und 1,8% (Junior-Consultants).


Beim Einstieg von Hochschulabsolventen im Bereich Research erzielten die Betreffenden ein durchschnittli-ches Brutto-Festgehalt von 35.000 Euro, vergleichbar mit Einstiegsgehältern in der Unternehmensberatung. Neueinsteiger im Bereich „Junior-Berater“ werden durchschnittlich mit 43.500 Euro vergütet. Zum Vergleich: Auf der Ebene der Unternehmensleitung liegt das durchschnittliche Brutto-Festgehalt bezogen auf den Ge-samtmarkt bei rund 110.000 Euro.


Der Anteil der erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile am Gesamteinkommen hängt stark von der jeweiligen Hierarchieebene ab. Beträgt der Anteil auf Seiten der Unternehmensleitung im Schnitt 24%, sinkt der Wert bis zur Hierarchiestufe Junior Researcher kontinuierlich auf 10%.

KPIs in der Unternehmensberatung

Erfolgreiche Beratungsunternehmen erzielen im Schnitt eine um das Dreifache höhere Umsatzrendite

 

Zu diesem Ergebnis kommt die vom BDU veröffentlichte Studie „KPIs in der Unternehmensberatung“, an der sich rund 100, vorwiegend mittelgroße und größere, Beratungsunternehmen beteiligt hatten.


Die Studienergebnisse machen weiterhin deutlich, dass die Anzahl der durchschnittlich pro Woche fakturierten Tage eines Partners mit zunehmender Unternehmensgröße sinkt. Das heißt, die Aufgaben auf der Leitungsebene verändern sich merklich: Partner in größeren Beratungsunternehmen verbringen im Durchschnitt rund 50 Prozent ihrer Zeit in Beratungsprojekten, 25 Prozent mit Vertriebsaufgaben, 15 Prozent mit internen Organisationsfragen und vier Prozent mit der Rekrutierung neuer Mitarbeiter für das eigene Beratungsunternehmen. Partner in kleineren Beratungsunternehmen verbringen hingegen 75 Prozent ihrer Zeit in Beratungsprojekten, neun Prozent mit Vertriebsaufgaben und vier Prozent mit der unternehmensinternen Organisation. Parallel fakturieren große Consultingfirmen zum Beispiel auf der Analystenebene doppelt so viele Tage wie kleinere Unternehmensberatungen. Auch die Anzahl der fakturierten Tage auf der Hierarchieebene „Consultant“ nimmt mit steigender Unternehmensgröße zu.


Beim Vergleich der Top- und Low-Performer fällt auf, dass Top-Performer im Vergleich zu Low-Performern im Durchschnitt einen um den Faktor 8 höheren Gewinn pro Partner generieren.

Vergütung von Aufsichtsräten

Vergütungshöhen über 50 Tsd. Euro pro Kopf werden fast ausschließlich in großen Unternehmen erreicht

 

Die Vergütung von Aufsichtsräten spiegelt die zunehmenden Anforderungen an deren Tätigkeit noch nicht wider. Die Tätigkeit in Aufsichtsratsgremien ist sehr zeitaufwendig, insbesondere in herausragenden Rollen (z. B. Vorsitz). Dazu kommen die zunehmende Professionalisierung der Aufsichtsratstätigkeit sowie hohe regulatorische Anforderungen.

 

Die Höhe der AR-Vergütung ist in den vergangenen Jahren moderat gestiegen. Trotz des nominalen und realen Anstiegs wird die AR-Vergütung aber gerade im Mittelstand häufig als zu niedrig eingestuft. In ca. 75 % der kleinen Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten liegt die Aufsichtsratsvergütung pro Kopf seit Jahren bei deutlich unter 20 Tsd. € pro Jahr. Auch in der Mehrzahl der mittleren Unternehmen mit 1.000 bis 2.000 Mitarbeitern stagnieren die Bezüge seit Jahren zwischen 5 Tsd. € und 40 Tsd. €. Lediglich in Großunternehmen haben sich die Aufsichtsratsbezüge in den letzten Jahren positiv entwickelt.

Ihr Ansprechpartner in der BDU-Geschäftsstelle

Jörg Murmann steht Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung. 

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