Facts & Figures zum Beratermarkt: Unternehmensberater planen auch 2019 mit deutlichem Umsatzplus


Der Umsatz der Consultingbranche ist 2018 um 7,3 Prozent auf insgesamt 33,8 Milliarden Euro gestiegen. Auch für das angelaufene Jahr 2019 bleiben die deutschen Unternehmensberater zuversichtlich.

Trotz zunehmender Konjunktur-Unsicherheiten haben 65 Prozent (2017: 78 %) der Marktteilnehmer eine positive Wachstumsprognose für das Jahr 2019 abgegeben. Aus dieser Einschätzung der Marktteilnehmer ergibt sich für 2019 eine Wachstumsprognose von + 7,1 Prozent. Diese Ergebnisse auf Grundlage der Branchenstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2019“ hat der BDU im März veröffentlicht.

 

Durchschnittliches Wachstum liegt zwischen + 5,5 und + 8 Prozent

 

Mit + 8,0 Prozent fällt das durchschnittliche Wachstum bei den mittelgroßen Beratungen der Größenklassen 15 bis 50 Mio. Euro sowie 2,5 bis 5 Mio. Euro am höchsten aus. Die großen Consultingfirmen mit über 50 Mio. € Umsatz verzeichneten 2018 erstmalig wieder mit + 7,5 Prozent ein leicht höheres Wachstum als der Gesamtmarkt. Das Wachstum kleinerer Unternehmensberater lag hingegen mit + 5,5 Prozent unter dem Marktdurchschnitt.

 

Karrierechancen bleiben weiterhin auf Top-Niveau 

Der weiterhin vorhandene Optimismus in der Consultingbranche spiegelt sich auch in den geplanten Neueinstellungen wider. 90 Prozent der großen Unternehmensberatungen mit über 10 Millionen Euro Umsatz planen für 2019 zusätzlich sowohl berufserfahrene Consultants als auch Juniorberater einzustellen. Bei den mittelgroßen Marktteilnehmern wollen ebenfalls rund Dreiviertel neue Jobs für Senior- und Juniorberater schaffen. 

 

Im Jahr 2018 kam mit einem Plus von 8,7 Prozent. eine besonders starke Nachfrage aus der Konsumgüterindustrie. Die Branche hat sich an die Spitze der Bewegung hinsichtlich der Entwicklung von technologiebasierten und voll integrierten Geschäftsmodellen gesetzt. In der Versicherungsbranche (+ 8,1 %) müssen die Unternehmen schnell Antworten auf den sich zuspitzenden Wettbewerb durch Vergleichsportale sowie den Markteintritt branchenfremder Anbieter finden. Im Fahrzeugbau (+ 6,4 %) machten sich die schwierigen Marktbedingungen bemerkbar, dies führte zu einem Wachstum unterhalb des Marktdurchschnitts. Das Kundensegment Public Sector (+ 7,3 %) bewegte sich 2018 parallel zur Entwicklung des Gesamtmarktes (+ 7,3 %).

 

IT-Sicherheit ganz oben auf der Kunden-Agenda 

2018 suchten die Kunden der Consultants besonders Unterstützung bei Themenstellungen rund um IT-Datenschutz und Datensicherheit (+ 16,2 %).  Zum einen hat das Thema durch die Einführung der Datenschutzgrundverordnung deutlich an Relevanz für die Firmen gewonnen. Zum anderen ist vor dem Hintergrund vermehrter Datenskandale das Bewusstsein für mehr Prävention gewachsen. Auch in der Einschätzung für das Jahr 2019 erwarten die Unternehmensberater eine starke Kundennachfrage in IT-Sicherheitsfragen (+ 8,8 %). Parallel sollen in den Unternehmen die Anstrengungen und Aufwendungen für den Ausbau bzw. die Anpassung der Informationstechnologie steigen (Prognose 2019 + 8,4 %). Darüber hinaus sehen die Consultants das Thema Begleitung von Veränderungsprozessen ganz oben auf der Kunden-Agenda (Prognose 2019 + 9,0 %).

 

Trendthesen für die Consultingbranche: Fazit und Ausblick

  • Die Digitalisierung hält den Beratungsbedarf insgesamt hoch. KI, Big Data und Customer Centricity heben die Digitalisierung auf die nächste Evolutionsstufe und bilden neue eigenständige Themenfelder, die sich als eigene Trends verselbstständigen.
  • Die Präsenzberatung beim Kunden bleibt wichtig. In der Umsetzungsberatung spielt der menschliche Faktor eine entscheidende Rolle. Dies kann nur bedingt durch KI oder Maschinen ersetzt werden.
  • Der Druck auf kleine Unternehmensberater und Einzelberater steigt weiter.
  • Personalknappheit bleibt als limitierender Faktor für eine noch bessere Branchenentwicklung erhalten.
  • Effizienzsteigerungen erzielen die Consultants durch den vermehrten Einsatz von technischen Arbeits- und Prozesslösungen, wie z. B. Collaboration- oder Analysetools.
  • Persönliche Netzwerke oder Empfehlungen bleiben für den Vertrieb von Unternehmensberatungen sehr wichtig. Sechs von zehn Unternehmen aus der Gruppe kleinerer Consultingfirmen sehen eine Konkurrenz in den Vermittlungsportalen. Für große und mittlere Marktteilnehmer ist die Bedeutung von Onlinekanälen deutlich geringer. 
  • Unternehmensberatungen werden ihre Investitionen in Personal, in neue Arbeitsplatzkultur sowie in die technische Ausstattung weiter deutlich erhöhen.

  

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